Algen


Algen haben in einem Gesellschaftsbecken eigentlich kaum eine Chance sich zu einer Plage zu entwickeln; es sei denn die Wasserqualität verschlechtert sich (z.B. Überdüngung, CO2 Mangel, Licht verändert etc.), so daß die höheren Pflanzen z.B. mit Wuchsstörungen reagieren und so die Algen überhand nehmen können.
Gleich beim Einrichten eines Beckens kann man den Algen entgegenwirken, indem man viele schnellwüchsige Pflanzen einbringt und sie durch gute Pflege in einem optimalen Zustand erhält; siehe auch „Bepflanzung“.

Bevor ich auf die Prophylaxe eingehe, ersteinmal die Vorstellung der verschiedenen Algenarten:

1.Blaualgen
2.Grünalgen
3.Rotalgen
4.Kieselalgen


Blaualgen:

Diese Algenart entsteht z.B. durch zu hohe organische Belastung (Nitrat und Phosphat), Kaliummangel der höheren Pflanzen, zu großzügige Fütterung, schlecht durchlüfteter Bodengrund, zuviel Licht, zu wenig CO2 und ein zu hoher PH-Wert.
Man kann versuchen diesen Algen Herr zu werden, indem man
-die Beleuchtung für 5-7 Tage völlig abschaltet und mehrere Male in dieser Zeit das Wasser wechselt
-Zugabe von 1-2 Teelöffeln Kaliumsulfat-oder Chlorid auf 100Liter Wasser
Diese Maßnahmen führen aber nicht immer zum Erfolg !
-überprüfen ob der PH zu hoch ist (>7,5)




Grünalgen:

Im Gegensatz zu den Blaualgen können Grünalgen auf ein gut funktionierendes Becken hinweisen.
Diese Algenart steht den höheren Pflanzen am nächsten, weshalb man sie nicht chemisch bekämpfen sollte, da dann auch die Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bei den Grünalgen unterscheidet man verschiedene Arten:

a) grüne Punktalge

Man sieht sie auf den Scheiben oder auf Blättern älterer Pflanzen, als hellgrüne, runde Beläge, die sehr fest haften.
An den Scheiben läßt sich diese Alge sehr leicht mit einer Rasierklinge entfernen




b) Pelzalge

Dies sind sehr hellgrüne dünne unverzweigte Fäden, die einzeln auf Blättern sitzen und so eine Art Algenrasen bilden.
Die einzelnen Fäden sind nicht sehr lang, verwachsen aber fest mit ihrem Substrat.
Die befallenden Blätter sollten gleich nach erkennen entfernt werden, denn die Alge breitet sich rasch aus.




c) Büschelalge

Diese Alge sieht der Pelzalge etwas ähnlich, nur daß ihre Fäden länger sind, sie totes Dekomaterial zum besiedeln wählen und daß man sie leicht entfernen kann.
Die Büschelalge braucht man nicht unbedingt zu bekämpfen.
Sie sieht ganz hübsch aus und in ihrem Fadenwirrwarr leben kleine Infusorien, die die Fische gern als Zusatzkost nehmen.




d) Fadenalge

Im Wasser erkennt man hellgrüne, frei treibende lange Fäden, die die Wasserpflanzen umwickeln.
Sie schwimmen immer frei, ohne irgendwo fest gewachsen zu sein.
Hat man diese Alge in seinem Becken, so kann man davon ausgehen, daß eine gute Wasserqualität vorhanden ist.
Dies Alge kann man leicht mit einer Zahnbürste entfernen, denn an den Borsten bleiben die Fäden haften.
Wer möchte, kann sie aber auch als natürlichen Schutz für die Jungfische im Becken belassen.




e) Knäuelalge

Diese Algen liegen lose und zusammengeknäuelt am Boden oder treiben zwischen den Pflanzen.
Sie sind nirgendwo verankert, was ein herausnehmen sehr vereinfacht.
Dies Alge kann man leicht mit einer Zahnbürste entfernen, denn an den Borsten bleiben die Fäden haften.
Wer möchte, kann sie aber auch als natürlichen Schutz für die Jungfische im Becken belassen.




f) grüne Schwebealge

Durch diese Alge entsteht die sogenannte Wasserblüte; eine Grünfärbung des Wassers, hervorgerufen durch Millionen winziger Schwebealgen.
Man kann sie bekämpfen, indem man
-Wasserflöhe ins Becken setzt
-über Kieselgur filtert
-einen UV-Wasserklärer einsetzt

Grünalgen kann man bekämpfen, indem man
-Schnecken oder algenfressende Fische einsetzt
-die Beleuchtungszeit drosselt
-auf nicht zu hohe Nitrat-und Phosphatwerte achten
-regelmäßiger Wasserwechsel
-überprüfen ob das Wasser zuviel Nitrat oder Phosphat enthält


Rotalgen:

Die meisten Rotalgenarten kommen im Meer vor und die wenigen, die man im Süßwasser antreffen kann sind sehr resistent.
Der eigentliche Rotton, den diese Algen haben, kann man im Aquarium nur schwer oder fast gar nicht erkennen, da sie im Becken einen schmutzig-grünen Ton annehmen.
Legt man sie allerdings in Spiritus, so kommt die eigentliche rote Farbe wieder zum Vorschein; so lassen sie sich auch gut von den Grünalgen unterscheiden, da diese grün bleiben.
Rotalgen treten gehäuft in sehr nährstoffreichem Wasser und/oder bei starker oder stärkerer Strömung auf.

Es gibt verschiedene Arten von Rotalgen, die im Süßwasser vorkommen:

a) schwarze Punktalge

Diese Alge bildet kleine schwarze bis dunkelgrüne Punkte, die auch zusammenschmelzen können.
Sie sitzen so fest, daß man sie nicht abbekommt.
Befallen werden langsam wachsende Pflanzen, die dickliche oder ledernde Blätter haben, sie breiten sich aber auch auf totem Dekomaterial aus.




b) Pinselalge

Diese Alge bildet 2 Formen aus; einaml mit bis zu 5mm langen Fäden und einmal mit bis zu 20mm langen Fäden.
Wo sie sich einmal angesiedelt hat wächst sie von einem Punkt aus empor.
An ihrem Haftungspunkt ist sehr fest gewachsen und breitet sich schnell aus.
Betroffen ist vorallendingen totes Material, sie kann aber auch auf Blätter übergreifen.
-überprüfen ob Strömung oder Filterung zu stark sind

c) Bartalge

Diese Alge ist grau-braun, beszeht aus kaum verzweigten Fäden, die bis zu 15cm lang werden können.
Sie siedeln sich gern an den Blatträndern, auf denen sie fest verwachsen sind.
-überprüfen ob das Wasser zu alkalisch ist oder die Strömung zu stark






Diese Algenarten werden von Schnecken, von dem grünflossigem Rüsselbarben und von Tropheus dubiosi gefressen.
Hat man allerdings eine CO2 Anlage, so erledigt sich das Problem Rotalge von selbst.
Wenn man kann, sollte man die Stömung drosseln.
Entdeckt man die ersten Rotalgen in seinem Becken, so müssen diese sofort entfernt werden, da sie sich rasch ausbreitet.


Kieselalgen:

Diese Alge entsteht durch einen zu hohen PH Wert und eine zu schwache Beleuchtug.
Sie bildet fest haftende, braune, flächige Überzüge auf totem Dekomaterial und faßt man sie an, so fühlt sie sich rauh an.
-überprüfen ob die Beleuchtung zu schwach ist
Bekämpfen kann man sie, indem man die Lichtzufuhr erhöht.


Prophylaxe:

Man kann Schnecken oder auch algenfressende Fische einsetzten.
Man muß aber vorher unbedingt überprüfen, ob die jeweiligen „Helfer“ auch zu dem Fischbesatz passen und ob das Wasser nach ihren Bedürfnissen ist.
Sollen sie in ein schon bestehendes Aquarium eingesetzt werden, so muß auch hier das Becken auf die Besatzdichte und die Vergesellschaftung hin überprüft werden.
Man muß sich auch Gedanken machen, was mit den Fischen passieren soll, wenn sie mal alle Algen vertilgt haben....nur „Anschaffung zum Zweck“ ist nicht Tiergerecht und deshalb abzulehnen!!!!!
Algenvertilgende Tiere müssen rechtzeitig ins Becken eingebracht werden, denn sie fressen meist nur die jungen, frischen Algen.....ziehen sie später als die Algen ein, können sie meist nicht mehr viel ausrichten.


Algenfressende Fische

Siamesischer Rüsselbarbe
-Schwarmfisch
-vertilgt mit Vorliebe alle fadenförmigen Algen, so fern nicht zuviel Zugefüttert wird


Ancistrus, der Holz im Wasser benötigt
Zwergschilderwelse
Saugwelse
Schilderwels, jedoch bei ihm Vorsicht, da er über 30 cm lang wird !!


Lebendgebärende Zahnkarpfen

wie Black Molly
Platy
Guppy
Schwertträger


Barsche

wie Tropheus dubiosi
Herotilapia multispinosa
Pseudotropheus Arten


Von der chemischen Keule gegen Algen rate ich ab, da meistens auch die höheren Pflanzen davon betroffen werden.




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